Schubladen und Schranktüren streichen: Anleitung
Das Streichen von Schubladen und Schranktüren ist eine der effektivsten Methoden, um alten Möbeln neues Leben einzuhauchen. Der Erfolg hängt jedoch weniger von der Farbe selbst ab als von der Vorbereitung. Zunächst müssen alle Beschläge demontiert werden – Griffe, Scharniere, Schubladenschienen. Die Oberflächen sind gründlich zu reinigen, denn Fettreste und Staub verhindern, dass der Lack haftet. Bei lackierten oder folierten Flächen empfiehlt sich ein Anschliff mit Schleifpapier der Körnung 180 bis 240, bei rohem Holz reicht oft ein Zwischenschliff. Tiefe Kratzer oder Dellen werden mit Holzkitt oder Spachtelmasse verfüllt und nach dem Trocknen glatt geschliffen. Wer die alten Bohrlöcher für neue Beschläge nutzen möchte, sollte vor dem Streichen den Lochabstand richtig messen, damit später keine unschönen Fehlbohrungen entstehen. Nach dem Schleifen folgt das Entstauben mit einem Staubsauger und einem feuchten Tuch. Erst wenn die Oberfläche sauber und trocken ist, kann der erste Lackauftrag erfolgen.
Die Wahl des richtigen Lacks entscheidet über Haltbarkeit und Optik. Für stark beanspruchte Flächen wie Schubladenfronten eignen sich lösemittelhaltige Alkydharzlacke oder wasserbasierte Acryllacke mit hoher Abriebfestigkeit. Letztere sind geruchsärmer und trocknen schneller, benötigen aber manchmal eine Grundierung, damit der Untergrund nicht durchschlägt. Seidenmatter oder glänzender Lack ist Geschmackssache; matte Oberflächen verzeihen kleine Unebenheiten besser, glänzende wirken eleganter, zeigen aber jeden Staubkorn. Wichtig ist, den Lack dünn und in mehreren Schichten aufzutragen – zwei bis drei dünne Schichten sind besser als eine dicke, die Nasen bildet. Zwischen den Schichten wird leicht angeschliffen, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Bei MDF oder Spanplatten sollte eine Sperrgrundierung verwendet werden, damit der Lack nicht zu stark einsinkt.
Nach dem Trocknen – je nach Lack mindestens 24 Stunden – erfolgt die Montage der Beschläge. Neue Griffe und Scharniere werden nach den Herstellerangaben befestigt. Wer die alten Bohrlöcher weiterverwendet, muss sicherstellen, dass die Schrauben fest sitzen; bei ausgeleierten Löchern helfen Holzdübel oder spezielle Reparaturmassen. Schubladenschienen werden exakt ausgerichtet, damit die Schublade später leichtgängig läuft. Ein häufiger Fehler ist das zu feste Anziehen der Schrauben, was das Holz splittern lässt. Besser ist es, mit einem Handschraubendreher zu arbeiten und die Schrauben nach und nach anzuziehen. Zum Schluss werden die Türen eingehängt und die Scharniere justiert, bis die Fugen gleichmäßig sind. Mit etwas Geduld und den richtigen Materialien steht dem frischen Look der Möbel nichts mehr im Wege.