Alte Türen streichen statt austauschen: Kosten und Schritte
Alte Innentüren müssen nicht zwingend auf den Sperrmüll. Solange das Türblatt gerade ist, die Zarge fest sitzt und keine tiefen Risse oder Feuchtigkeitsschäden vorhanden sind, lohnt sich eine Renovierung fast immer. Eine neue Tür kostet inklusive Zarge, Beschlägen und Montage schnell zwischen 300 und 800 Euro pro Stück. Beim Streichen bleiben die Materialkosten meist unter 60 Euro, hinzu kommt der eigene Arbeitsaufwand. Wer mehrere Türen im Haus hat, spart dadurch leicht einen vierstelligen Betrag.
Entscheidend ist die Vorbereitung. Lackierte Türen brauchen einen gründlichen Zwischenschliff mit Körnung 180 bis 240, damit die neue Farbe haftet. Bei alten Öl- oder Schellackanstrichen ist ein Entfetten mit Ammoniaklösung sinnvoll. Grundierung, passend zum Untergrund, verhindert späteres Durchschlagen von Harz oder Nikotin. Als Decklack eignen sich Acryl- oder Alkydharzlacke; Acryl trocknet schneller und riecht weniger, Alkyd ist stoßfester. Für ein sauberes Ergebnis lohnt es sich, Innentüren aufzuwerten und dabei die vorhandenen Beschläge und Dichtungen gleich mit zu prüfen. Erst wenn diese Vorarbeiten sitzen, hält der Anstrich mehrere Jahre.
Der Arbeitsablauf ist überschaubar, verlangt aber Geduld. Zuerst werden Türblatt und Zarge ausgebaut, Beschläge und Dichtungen entfernt und alles mit Schleifpapier oder Schleifschwamm angeraut. Nach dem Entstauben folgt die Grundierung, danach zwei dünne Decklackschichten im Abstand von mindestens zwölf Stunden. Zwischen den Schichten wird leicht angeschliffen. Wichtig ist, die Farbe dünn aufzutragen, sonst bilden sich Nasen und Pinselspuren. Nach dem Trocknen werden Beschläge wieder montiert, Schließbleche justiert und die Tür eingehängt. Wer sich für eine Farbänderung entscheidet, sollte vorher prüfen, ob der neue Ton zum Boden und zu den angrenzenden Wänden passt.
Nicht jede Tür eignet sich zum Streichen. Massivholztüren mit Furnier oder Echtholzoptik verlieren durch einen deckenden Anstrich ihren Charakter. Hier ist Beizen oder Ölen die bessere Wahl. Bei stark verzogenen Blättern, gebrochenen Zargen oder Schädlingsbefall bleibt nur der Austausch. Wer unsicher ist, sollte den Zustand ehrlich einschätzen, bevor Farbe gekauft wird. In vielen Fällen ist die Renovierung jedoch die günstigere und nachhaltigere Lösung, die zudem den Müll vermeidet und den Charakter des Hauses erhält.